Innovationsgeschehen


Mit dem "DIHK-Innovationsreport 2008/2009" hat die IHK-Organisation erstmals eine Untersuchung zur Innovationstätigkeit deutscher Unternehmen durchgeführt. Grundlage für die aktuellen DIHK-Ergebnisse sind Befragungen der IHKs bei über 500 innovationstätigen Unternehmen im Zeitraum von Mitte Oktober bis Ende November 2008. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Die innovationsstarken deutschen Unternehmen wappnen sich für die Zeit nach der Krise. Auch wenn sich die Geschäftserwartungen zuletzt deutlich eingetrübt haben, setzen die Unternehmen auch im neuen Jahr auf Innovationen. 47 Prozent geben an, ihre Innovationstätigkeit steigern zu wollen lediglich fünf Prozent planen eine Verringerung. Damit wird sich die Dynamik des Jahres 2008 im nächsten Jahr nur leicht abschwächen. Die innovativen Unternehmen nutzen folglich die aktuelle Wirtschaftskrise, um ihre Wettbewerbsposition mittel bis langfristig behaupten bzw. ausbauen zu können.

Zu dem absehbar weiteren Ausbau an Innovationsaktivitäten gehört die Steigerung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE). 42 Prozent der innovationstätigen Unternehmen beabsichtigen, ihre FuE-Mittel anzuheben, nur sechs Prozent planen Reduzierungen. Aber auch die Einstellung von zusätzlichem FuE-Personal steht für die innovativen Unternehmen Deutschlands auf der Agenda und das trotz der insgesamt deutlich verschlechterten Perspektive am deutschen Arbeitsmarkt. 33 Prozent der Innovationsunternehmen haben vor, zusätzliche Mitarbeiter im FuE-Bereich einzustellen, nur vier Prozent müssen die FuE-Belegschaft verringern.

Der Fachkräftemangel bleibt aus Sicht der Unternehmen das größte Innovationshemmnis am Standort Deutschland. Mehr als die Hälfte der Betriebe sehen fehlende Fachkräfte als restriktiven Faktor an. Neben Erschwernissen durch übermäßige Bürokratie haben insbesondere KMU große Probleme bei der Finanzierung von Innovationen. Auch die Unternehmensteuerreform 2008 beeinflusst das Innovationsverhalten von immerhin einem Fünftel der KMU negativ. Die Besteuerung von Aufwendungen (Zinsschranke) sowie die Einschränkung der Verlustvorträge sind insbesondere für Innovationsunternehmen und kostenintensive Projekte hinderlich.


Der "DIHK-Innovationsreport 2007" gibt die Einschätzung der IHK-Organisation zum Innovationsgeschehen in Unternehmen wider. Er fußt auf insgesamt 60.000 IHK-Kontakten mit innovativen Unternehmen und technologieorientierten Existenzgründern und erfasst somit einen beachtlichen Teil des Innovationsgeschehens in der Wirtschaft in Deutschland. Der Untertitel "Fachkräftebedarf und Image von FuE-Förderprogrammen auf dem Prüfstand" reflektiert das Kernergebnisse. Die wichtigsten Resultate sind:

Innovationsdefizit im Mittelstand: Fachkräftemangel. Das in der Lissabon-Strategie vereinbarte 3-Prozent-Ziel droht in Deutschland wegen Fachkräftemangels vor allem im Mittelstand zu scheitern. Der DIHK geht für das Lissabon-Ziel-Jahr 2010 von insgesamt mindestens 30.000 Forschern aus, die allein von innovativen Unternehmen vergeblich nachgefragt werden. Im Mittelstand fehlen 2010 voraussichtlich wenigstens 6.000 Forscher.

Nationale FuE-Förderprogramme mit Imageproblemen. Zwar sind die meisten nationalen FuE-Förderprogramme ausreichend auf die Bedürfnisse von KMU zugeschnitten. Dennoch ergeben sich Probleme: Sie sind bei KMU nicht in ausreichendem Maße bekannt und bei ihnen hat sich ein negatives Image in puncto Aufwand bei der Antragstellung und Passgenauigkeit der Programme auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens herausgebildet.

Missverständnisse bei europäischen FuE-Förderprogrammen. Viele KMU sind der Meinung, "dass die Europäische Kommission Fördergelder in Millionenhöhe für FuE-Vorhaben verteilt", an denen letztlich der Mittelstand selbst aufgrund zu hoher Anforderungen und komplizierter Antragsverfahren nicht partizipieren kann. Dies liegt u.a. an der mangelnden Kenntnis über den Grundsatz der EU-Förderpolitik, dass - zu Recht - nur diejenigen Unternehmen bzw. Vorhaben gefördert werden, die einem europäischen Ansatz Rechnung tragen wollen und können.