Gastwirte im Landkreis fordern Erleichterungen beim Nichtraucherschutz


Die Wirte in Mittelnassau müssen seit Oktober 2007 mit durchschnittlich 35 Prozent weniger Umsatz auskommen. Das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Limburg zum Jahresende 2007. Stein des Anstoßes ist das Nichtraucherschutzgesetz. Es gilt in Hessen seit Oktober 2007. Von vielen war es herbeigewünscht. Viele jedoch sorgen sich auch vor den wirtschaftlichen Konsequenzen. Um diese Folgen beziffern zu können, befragte die IHK Limburg dreihundert Wirte zu ihren ersten Erfahrungen mit den neuen Regelungen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes mussten drei Viertel der Antwort gebenden Befragten signifikante Umsatzeinbußen hinnehmen. Fast die Hälfte muss mit 26 bis 50 Prozent weniger Einnahmen auskommen. Dazu kommt knapp ein Viertel, das zwischen 11 und 25 Prozent weniger Umsatz verzeichnet.

Konsequent ist daher die Forderung der Wirte an die Landespolitik: Erleichterungen für Einraumgaststätten. Über 50 Prozent der Befragten sind der Meinung, das Gesetz sollte Erleichterungen für Gaststätten mit nur einem Raum gewähren. Hier ist zum Beispiel die Wahl zwischen Raucher- und Nichtraucherkneipe bei entsprechender Kennzeichnung vorstellbar. Wirte regten auch an, bei geschlossenen Gesellschaften dem Veranstalter ein Mitspracherecht einzuräumen oder Sonderregelungen für bestimmte Veranstaltungen zuzulassen.

Knapp 40 Prozent sind übrigens dafür, das Gesetz ganz abzuschaffen. Dagegen wollen es sieben Prozent so belassen wie es ist. Denn auf die Befragung meldeten sich auch Wirte, die dem Nichtraucherschutz oberste Priorität einräumen oder stärkere Kontrollen gegen Gesetzesverstöße empfehlen.

Die hessischen IHKs haben sich im Dezember 2007 an die hessische Sozialministerin Silke Lautenschläger gewandt und auf eine Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes gedrängt. Das Forderungspaket ist sehr genau abgewogen. Es trägt nicht nur den Belangen des Hotel- und Gaststättengewerbes Rechnung, sondern bewahrt auch die Intention des Gesetzes - den Gesundheitsschutz der Bevölkerung.

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