Bürgermeistergespräch

Bürgermeister informieren sich über Straßenbauprojekte

10. Februar 2017 - Über die regionalen Straßenbauprojekte aus dem Bauprogramm von Hessen Mobil und dem Bundesverkehrswegeplan haben sich die Bürgermeister aus dem Landkreis Limburg-Weilburg am 7. Februar 2017 in der IHK Limburg informiert. Gesprächspartner beim Bürgermeistergespräch der IHK war Eugen Reichwein, Regionalbevollmächtigter Westhessen der Verwaltungsbehörde des Landes Hessen für Straßen- und Verkehrsmanagement.
IHK-Präsident Ulrich Heep betonte eingangs die Bedeutung einer guten Straßenanbindung als entscheidenden Standortfaktor der heimischen Wirtschaft. „Ein funktionierendes System von Bundes-, Landes-, Kreis- und Ortsstraßen ist notwendig, damit in einer arbeitsteiligen Wirtschaft Waren, aber auch Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftsreisende von A nach B kommen.“ Allerdings seien die Investitionen in den Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur jahrelang nicht hoch genug gewesen, um diese in einem guten Zustand zu erhalten und an die Verkehrsnachfrage anzupassen..
Verkehr führe dort zu Konflikten, wo unterschiedliche Interessen aufeinander treffen, beispielsweise bei Ortsumgehungen, so Heep. Wichtig für die Mobilität aller sei es, dass solche Konflikte von allen Beteiligten gemeinsam gelöst und nicht vertagt werden, appellierte der IHK-Präsident.
Zu den Konflikten zählte Eugen Reichwein auch die anstehende Sperrung der B 49 für Traktoren und andere langsame Fahrzeuge. Diese sei an den vierspurigen Abschnitten zwingend als Kraftfahrtstraße auszuweisen. Hier sei Hessen Mobil mit den Landwirten im Gespräch, um die aus deren Sicht kritischen Bereiche im nachgeordneten Straßennetz zu begutachten und gegebenenfalls baulich zu verbessern.
Regionale Projekte und Haushalte
Reichwein stellte den Bürgermeistern die Projekte mit Ausbauten, Fahrbahnerneuerungen, Instandsetzungen, Neubauten oder Sanierungen aus dem Bauprogramm von Hessen Mobil für den Landkreis Limburg-Weilburg vor. Zu den laufenden Projekten gehören der Neubau der Lahntalbrücke Limburg an der A3, vier Einzelprojekte im Rahmen des vierstreifigen Ausbaus der B49 sowie zwei Bauprojekte an Landestraßen. Neue Projekte starten mit drei Maßnahmen an der A3, sechs Baustellen an Bundesstraßen und acht Baumaßnahmen auf den Landesstraßen.

Die Straßenbauhaushalte und Ingenieurvergaben von Hessen Mobil für Gesamthessen sowie den Bereich Westhessen, zu dem der Landkreis Limburg-Weilburg gehört, stellen sich wie folgt dar:

Jahr
2016
2017
Gesamthessen
IST-Ausgaben
31.12.2016 (€)
Geplante Ausgaben
(€)
Bundesfernstraßen
649.289.616,72 €
634.500.000,00 €
Landesstraßen
90.148.779,00 €
90.000.000,00 €
Ingenieurfremdleistungen
49.160.442,00 €
54.000.000,00 €
 
Jahr
2016
2017
RB Westhessen
IST-Ausgaben
31.12.2016 (€)
Geplante Ausgaben
(€)
Bundesfernstraßen
111.317.395 €
139.800.000 €
Landesstraßen
11.909.921 €
22.500.000 €
Ingenieurfremdleistungen
8.732.570 €
7.100.000 €
Wichtig sei, so Reichwein, dass die Kommunen und Hessen Mobil sich bei den in diesem Jahr anstehenden Projekten frühzeitig abstimmen, damit Arbeiten der Kommune im Straßenraum, wie z. B. Kanalarbeiten, nicht mit den vorgesehenen Umleitungsstrecken kollidieren.
Bundesverkehrswegeplan
Der aktuelle Bundesverkehrswegeplan sieht bis zum Jahr 2030 deutschlandweit Investitionen in Höhe von 265 Mrd. € vor. Das Land Hessen hat daran einen Anteil von 5,345 Mrd. € für Vorhaben der Dringlichkeitsstufe „VB + VB-E“ (Vordringlicher Bedarf + Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung) sowie 2,385 Mrd. € für Vorhaben der Dringlichkeitsstufe „WB*“ (Weiterer Bedarf mit Planungsrecht).
Zu den geplanten Neu- und Ausbauten für Autobahnen und Bundesstraßen gehören hessenweit 80 Einzelmaßnahmen der Stufe „VB + VB-E“ sowie 18 WB*-Maßnahmen. Regionale Projekte sind die Umgehungsprojekte entlang der B 8 für Lindenholzhausen, Niederbrechen, Erbach, Bad Camberg und Würges, die im „vordringlichen Bedarf“ („VB“) eingestuft sind und die Ortsumgehung Limburg im Zuge der B 54, die trotz ihrer Dringlichkeit nur im „weiteren Bedarf“ eingestuft worden ist, aber Planungsrecht hat („W*“).
Wann welche Vorhaben in Hessen und im Landkreis Limburg-Weilburg umgesetzt werden, ergebe sich, so Reichwein, aus der Priorisierung der hessischen Landesregierung.