IHK-Umfrage

Heimische Unternehmen exportieren und investieren vor allem in EU-Staaten

9. Februar 2017 - Geschäftsbeziehungen ins Ausland pflegen von den heimischen Unternehmen vor allem Industriebetriebe, aber auch Handelsunternehmen und Dienstleister. Wichtigste Auslandsmärkte und Investitionsziele sind die EU-Staaten. Die Auslandsinvestitionen konzentrieren sich vor allem auf den Ausbau von Vertrieb und Kundendienst. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage der IHK Limburg zum Auslandsgeschäft der regionalen Unternehmen.
Die Konjunkturumfrage zum Jahreswechsel 2016/2017 ergab, dass bei den heimischen Industrieunternehmen die Auftragseingänge aus dem Ausland in den letzten vier Monaten des vergangenen Jahres per Saldo weiter gestiegen sind (vier Prozent). Auch für 2017 rechnen sie mit einem steigenden Exportvolumen. 26 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden zwölf Monaten ein steigendes Exportvolumen, 60 Prozent ein gleichbleibendes Volumen, 14 Prozent rechnen mit einem Rückgang.
In der Industrie sind es zwei von drei Unternehmen, die mit ihren Waren bzw. Diensten Geschäfte mit ausländischen Kunden machen, bei den Dienstleistern ist es jedes sechste Unternehmen. In diese Geschäftsbeziehungen wollen die Betriebe auch 2017 investieren, auch direkt im Ausland.
Die von heimischen Unternehmen für 2017 geplanten Auslandsinvestitionen werden per Saldo etwa gleich hoch sein wie in 2016. Mit den Investitionen wollen sie vor allem den Vertrieb und den Kundendienst ausbauen. 69 Prozent der Unternehmen nennen dies als Investitionsmotiv. Den Aufbau einer Produktion im Ausland haben 31 Prozent der Investitionen zum Ziel.
Wenn heimische Unternehmen in die Produktion im Ausland investieren, geschieht dies zum Teil wegen günstigerer Kostenstrukturen. Oftmals ist die Produktion vor Ort aber auch Voraussetzung dafür, die eigenen Produkte dort vertreiben zu können.
Befragt nach den Zielländern der Auslandsinvestitionen, nennen die heimischen Unternehmen an erster Stelle die Länder der Eurozone (75 Prozent). An zweiter Stelle folgen mit 25 Prozent die sonstigen EU-Länder, darunter auch das Vereinigte Königreich, dem für Deutschland drittwichtigsten Exportland, sowie Schweiz und Norwegen. Diese bevorzugten Auslandsmärkte sind nah, die Mentalität ist vertraut und außerdem gibt es innerhalb der dominierenden Euro-Zone kein Wechselkursrisiko. Die Exportbeziehungen Richtung Vereinigtes Königreich sind im Blick auf die Zukunft allerdings durch das Szenario eines Austritts aus dem EU-Binnenmarkt und daraus folgenden Komplikationen belastet.
Als weitere Investitionsländer folgen China und Nordamerika (jeweils 14 Prozent). Nordamerika war vor einem Jahr öfters genannt worden. Wiederspiegeln könnte sich hier eine Verunsicherung wegen der zwischenzeitlichen US-Wahlen und protektionistischer Aussagen aus den USA, in die 85 Prozent der aus Deutschland nach Nordamerika gelieferten Exporte gehen, nach Mexiko (acht Prozent) und Kanada (sieben Prozent). Weitere vereinzelt genannte Zielregionen von Auslandsinvestitionen sind noch die Räume Russland-Türkei-Südosteuropa bzw. Asien. Geringeres Interesse besteht an Südamerika, Afrika und dem Nahen und Mittleren Osten.